Nachdem ich es dank Julia im Laufe dieses Jahres so weit gebracht hatte, meinen Kadaver regelmäßig ein bis zweimal pro Woche zum Laufen und einmal pro Woche zum Schwimmen zu animieren, habe ich mich Ende August in einen dreiwöchigen Motorradurlaub verabschiedet. Was danach folgte war absehbar: keinen Bock auf Laufen, Schwimmen nur noch ab und zu und das Wetter, das ist sowieso immer zu schlecht…

Mitte Oktober schrieb Julia mir dann Sonntags eine Nachricht, ob ich nicht Lust hätte EMS auszuprobieren. Gesagt, getan. Nach kurzer Google Recherche haben wir einen kurzfristigen Termin für ein Probetraining am darauffolgenden Freitag im ortsansässigen terra sports Studio abgesprochen und voller Vorfreude, aber mit leichter Skepsis, diesem Tag entgegengefiebert.

Mit vorbildlichster Pünktlichkeit sind wir zu unserem Termin aufgeschlagen und wurden freundlich von dem jungen Team des Studios begrüßt. Nach dem wir einige kurze Worte mit dem Studioleiter wechseln konnten, der sich daraufhin ins wohlverdiente Wochenende verabschiedete, startete der uns zugeteilte Trainer eine kurze Fragerunde. Es wurden beispielsweise Dinge abgeklärt, wie oft wir bisher Sport gemacht haben, welche Arten von Sport, in welchen Körperpartien wir selbst besondere Defiziete sehen und ob es bestimmte Vorerkankungen gibt.

Im nächsten Step wurde uns die nötige EMS Funktionswäsche, bestehend aus Oberteil, Hose und Socken, nebst zwei Handtüchern, gereicht. Nach dem Umziehen wurde noch eine kurze Körperanalyse über eine InBody Messwaage durchgeführt. Diese wird in Abständen von 4 bis 6 Wochen wiederholt, um die eigenen Fortschritte zu überprüfen. Spätestens dabei kommt raus, wie „Fett“ mann wirklich ist 🙂

Jetzt ging es langsam ans eingemachte – das Anziehen des Elektrodenanzugs ist etwas gewöhnungsbedürftig. Zum Einen wird der Anzug ziemlich nass übergezogen, um die Leitfähigkeit zu erhöhen – zum Anderen muss er relativ eng geschnürt werden. Komplettiert wird der Anzug mit einigen Elektrodenbändern, jeweils um die Oberarme, Oberschenkel und den Po. Diese zusätzlichen Bänder werden über einen Druckknopf mit an dem Rumpfanzug angeschlossen. Der komplette Anzug widerum wird in unserem Fall an ein Miha Bodytec angeschlossen.

Das Training beginnt in der Grundhaltung, bei der man leicht in der Hocke steht und die Hände vor der Brust zusammengehalten werden. Dabei wird sich zunächst an die maximale Impulsstärke rangetastet, die im anschließenden Training für die einzelnen Körperpartien verwendet wird. Dabei bekommt man auch das erste Mal zu spüren, wie sich diese Elektroimpulse anfühlen – das ist, finde ich, sehr schwer zu beschreiben und am ehesten mit dem starken Kribbeln eines eingeschlafenen Fußes zu vergleichen. Diese Werte werden inkl. deiner Trainings auf einer kundenspezifischen Karte gespeichert und können während des Trainings jederzeit korrigiert werden.

Das Training an sich dauert gerade mal 20 Minuten. Dabei werden Grundübungen wie zum Beispiel Kniebeugen und Curls durchgeführt (natürlich ohne zusätzliche Gewichte). Dabei wird man nicht durchgehend mit Elektroimpulsen malträtiert. Die Elektroimpulse werden für einige Sekunden aktiviert, in denen man eine Wiederholung der gerade vom Trainer angesagten Übung durchführt, gefolgt von einer mehrsekündigen Ruhephase, in der keine Elektroimpulse abgesetzt werden. In der kompletten Trainingszeit werden die Übungen vom Trainer angesagt und vorgemacht.

Für uns verging die Trainingszeit wie im Flug, was aber nicht bedeutet, dass wir nicht trotzdem ordentlich ins Schwitzen gekommen sind. Nach dem Training ging es schnell unter die Dusche und anschließend in eine kurze Nachbesprechung mit dem Trainer.

Zu guter Letzt ging es natürlich noch um das Thema Mitgliedschaften und Kosten. Darauf werde ich aber in einem späteren Blogpost genauer eingehen.

Jetzt fragst du dich zurecht: Wieso hat der Typ als Titel dieses Blogposts dieses Zitat aus dem ultra schmalzigen Lied von Oli P. gewählt? Ganz einfach – macht euch auf einen heftigen Muskelkater gefasst! Direkt nach dem Training ist man leicht zitterig und auch den Rest des Tages fühlt es sich an, wie nach einem ordentlichen 90 Minuten Workout im Fitnessstudio. Aber mit so einem heftigen Muskelkater hatte ich nicht gerechnet – bis zum vierten Tag nach dem Training habe ich ihn noch gespürt. Auch wenn ein Muskelkater kein direkter Indikator für Muskelaufbau ist, ist damit auf jeden Fall klar, dass das Training sehr intensiv ist.

Wir haben jedenfalls einen Vertrag in dem Studio abgeschlossen und werden in den nächsten Wochen und Monaten über unsere Fortschirtte berichten 🙂